Wasenalp – Winterromantik am Simplon
- wanderblondies

- vor 3 Tagen
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Uralte Lärchen, funkelnder Schnee und ein grandioses Panorama – diese Tour am Simplon ist eine einzigartige Ski- oder Schneeschuhtour. Und perfekt für Einsteiger geeignet.

Am Simplonpass fühlt man sich ein bisschen wie ein Säumer: Die geschichtsträchtige Route verbindet das Wallis seit dem Mittelalter mit Norditalien. Käse, Wein und Aceto – alles transportierten Maultiere über diesen Pass. 1805 liess Napoleon I. die Strasse für die Artillerie befestigen, wodurch auch Postkutschten über den Pass flitzen konnten. So gewann der Pass markant an Bedeutung.
Heute rattern keine Postkutschen mehr über den Pass, dafür windet sich das Postauto gemächlich um die Kurven. Nach rund 20 Minuten Fahrt ab Brig folgt die Busstation Ganterwald. Hier beginnt eine schöne Wintertour im Wallis – durch einen der ältesten Lärchenwälder der Schweiz. Noch dazu gesichert, Bergführer öffnen ihn nur, wenn die Lawinensituation es erlaubt.
Der Einstieg befindet sich direkt bei der Bushaltestelle. Die violett markierten Holzpfähle weisen den Weg. Bereits nach wenigen Metern eröffnet sich eine andere Welt: Die bis zu 600-jährigen Lärchen recken ihre knorrigen Äste in den Winterhimmel. Schneebedeckt wirken sie wie verzaubert. Es erinnert an Alice im Wunderland, würde der weisse Hase auftauchen, wären wir nicht überrascht.
Der Schneeschuhtrail schlängelt sich sanft bergauf durch die Obru Egge übers Hackber. Die Stille ist fast greifbar. Nur das leise Knirschen der Schneeschuhe durchbricht die Ruhe. Nach etwas mehr als einer Stunde durch diese märchenhafte Landschaft folgt eine kleine Ansammlung Chalets und am Rande das Berggasthaus Wasenalp – seit 1960 Meter über Meer. Ein erster Zwischenstopp lohnt sich alleweil – der Zwetschgen- oder Aprikosenkuchen schmecken wunderbar.
Hinweis: Wir haben auf der Wasenalp übernachtet. Die Familie Tscherrig führt das Berggasthaus, Papa Fredy Tscherrig ist Bergführer und organisiert Lawinenkurse und Touren vor Ort. Tochter Chiara Tscherrig leitet mit ihren Eltern das Berggasthaus und führt mitunter Steuerkurse für Bergführer, Wanderarbeiter oder Interessierte durch. Die Stimmung im Haus ist heimelig, man fühlt sich sofort willkommen und in den Zimmern mit bis zu zwölf Betten schläft es sich sehr gut. So kann man aus einem langen Schneeschuhtag auch ein zweitägiges Abenteuer machen und das mit einem der besten Fondues am Abend verbinden!
Ab der Wasenalp folgt der Trail in Richtung Hohliecht. Noch einmal rund 300 Höhenmeter zwischen den alten Lärchen, dann befindet man sich auf der kleinen Anhöhe neben der Lawinenverbauung. Die Tour ist wenig anstrengend, und belohnt noch dazu mit einem grandiosen Panorama! Der Blick schweift über das ganze Wallis und die verschneiten Gipfel.
Für den Rückweg gibt es zwei Optionen: Entweder man nimmt denselben Weg zurück nach Ganterwald – noch einmal eintauchen in die stille Lärchenwelt. Oder man wählt die etwas kürzere Variante über die Wasenalp nach Rothwald zum Schutzhaus beim Bügellift. Die ersten Meter nach der Wasenalp teilt man hier mit den Pistenskifahrern.
So oder so: In beiden Fällen fällt man müde und zufrieden in die weichen Postautositze und fährt entweder zurück zum Auto oder nach Brig und mit dem Zug in die Heimat.
Start
Rothwald, Ganterwald
Ziel
Rothwald, Schutzhaus
Länge
8.4 km
Höhenmeter
520 Hm rauf
490 Hm runter
Dauer
4.5 Stunden
Erreichbarkeit
Auto oder öV bis Busstation Ganterwald
Verpflegung
Wasenalp















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